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Appellbrief für Filep Karma
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Der frühere Beamte Filep Karma, 54 Jahre alt, wurde zu einer 15-jährigen Haftstrafe verurteilt, weil er sich im Dezember 2004 an einer friedlichen politischen Veranstaltung beteiligte. Zusammen mit etwa 200 anderen Personen nahm Karma am 1. Dezember 2004 an einer Zeremonie in der Provinz Papua teil, bei der die „Morgenstern-Flagge“ gehisst wurde, ein in Indonesien verbotenes Symbol für die Unabhängigkeit Papuas. Polizisten feuerten daraufhin Warnschüsse ab und gingen mit Schlagstöcken auf die versammelten Menschen los.

Karma wurde festgenommen und zu einer Polizeistation gebracht. Auf dem Weg dorthin soll er von den Polizisten geschlagen und getreten worden sein. Am 26. Mai 2005 wurde Karma des „Verrats“ für schuldig befunden und zu einer Haftstrafe von 15 Jahren verurteilt. Während der Verhandlung hatten zahlreiche Menschen vor dem Gerichtsgebäude gegen seine Festnahme protestiert. Viele waren verletzt worden, als die Polizei gewaltsam gegen die Demonstrierenden vorgegangen war. Das Urteil gegen Karma wurde am 27. Oktober 2005 vom Obersten Gerichtshof Indonesiens bestätigt. Seitdem sitzt Karma im Abepura-Gefängnis in Jayapura, wo er Berichten zufolge wiederholt geschlagen und in anderer Form misshandelt wurde.

Der Gesundheitszustand von Karma hat sich – auch durch die menschenunwürdigen Haftbedingungen – dramatisch verschlechtert.

2010 wurde ihm erstmals erlaubt, für eine medizinische Behandlung nach Jakarta zu reisen. Karma ist bereits mehrfach in Hungerstreik getreten, um gegen seine Inhaftierung und die schlechte Behandlung der Gefängnisinsassen zu protestieren. Im Juli 2010 bot man ihm eine Verkürzung der Haftstrafe an, die er jedoch mit dem Argument ablehnte, dass er damit seine Haftstrafe grundsätzlich akzeptieren würde.

Amnesty International betrachtet Filep Karma als gewaltlosen politischen Gefangenen, der nur deshalb verhaftet und verurteilt wurde, weil er sein Recht auf freie Meinungsäußerung in Anspruch genommen hat.

Die Provinzen West-Papua und Papua liegen im Westen der Insel Neuguinea. Papua grenzt an den unabhängigen Staat Papua-Neuguinea. Die Festnahme und Inhaftierung von Personen in Papua ist Teil des harten Durchgreifens der indonesischen Zentralregierung gegen politische Aktivisten in Gegenden mit separatistischen Bewegungen wie Papua und den Molukken.

Amnesty International hat dutzende Festnahmen von friedlichen politischen Aktivisten dokumentiert. Wir sind der Überzeugung, dass das Recht auf freie Meinungsäußerung das Recht beinhaltet, friedlich für Autonomie, Unabhängigkeit oder andere politische Lösungen einzustehen.

Briefvorlage:
Brief für Filep Karma

URGENT ACTION für Filep Karma

FILEP KARMA ERHÄLT BEHANDLUNG

INDONESIEN



UA-Nr: UA-109/2012-1 AI-Index: ASA 21/040/2012 Datum: 1. Okt. 2012 - we

Herr FILEP KARMA

Der gewaltlose politische Gefangene Filep Karma hat von der Verwaltung des Gefängnisses von Abepura in der Provinz Papua die Erlaubnis erhalten, in die indonesische Hauptstadt Jakarta zu reisen. Dort wurde er am 17. September medizinisch versorgt.

Am 14. September reiste Filep Karma vom Gefängnis von Abepura in das Cikini-Krankenhaus in der Hauptstadt Jakarta, um sich dort wegen des Verdachts auf Darmkrebs behandeln zu lassen. Er wurde dabei von einem Gefängniswärter und einem Polizeibeamten begleitet. Verlässliche Quellen haben berichtet, dass Filep Karma den gesamten Zeitraum über gut behandelt wurde.

Am 17. September wurde mithilfe einer Darmspiegelung festgestellt, dass Filep Karma nicht an Krebs leidet. Die Ärzte diagnostizierten jedoch eine Magenentzündung und behielten ihn zur Behandlung im Cikini-Krankenhaus. Am 26. September kehrte Filep Karma dann zurück zum Gefängnis von Abepura in Papua. Sowohl lokale als auch internationale Gruppen haben in den letzten Monaten auf den Fall von Filep Karma aufmerksam gemacht. Viele zahlten in einen Fonds ein, mit dem ihm die medizinische Behandlung möglich gemacht werden sollte. Obwohl die Behörden von Papua durch nationale und internationale Gesetze dazu verpflichtet sind, in einem solchen Fall die Kosten der Reise und der medizinischen Behandlung zu übernehmen, hatten sie sich geweigert, dies zu tun.\\\ Amnesty International begrüßt es, dass Filep Karma medizinische Versorgung erhalten hat. Dennoch ist die Organisation noch immer besorgt darüber, dass er sich nur deshalb in Haft befindet, weil er friedlich Gebrauch von seinem Recht auf freie Meinungsäußerung gemacht hat. Amnesty International fordert daher weiterhin seine unverzügliche und bedingungslose Freilassung, sowie die Freilassung aller weiteren gewaltlosen politischen Gefangenen in Indonesien.

Vielen Dank an alle, die Appelle geschrieben haben. Es sind derzeit keine weiteren Aktionen des Eilaktionsnetzes erforderlich.

Weitere Information zu UA-109/2012 (ASA 21/017/2012, 19. April 2012).

Seite zuletzt geändert am 05.06.2015 10:49 Uhr

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